Wider die Dummheit

Alte Hoffnungen sind schwer loszulassen. Vielleicht liegt es daran, dass ich in den 50er Jahren aufgewachsen bin. Dieser Gedanke, dass jede Generation ein wenig klüger ist, dass jedes Jahrzehnt etwas mehr Fortschritt bringt und dass die Welt insgesamt doch irgendwie auf einem guten Weg ist. Er ist mir so lieb und teuer. Wenn ich ehrlich bin, sieht es aber meist nicht danach aus. Heinrich George soll gesagt haben, wer mit 45 Jahren noch nicht gemerkt hat, dass er von lauter Idioten umgeben ist, merkt dies aus einem bestimmten Grund nicht.

Es ist ja nicht so, dass es an mangelnder Information liegt. Noch nie gab es so viel Info so leicht zu haben. Ein Mausklick, eine Fingergeste entfernt wartet das Wissen der Welt. Meist wartet es wohl vergeblich. Ich fürchte, der heutige Mensch ist von der Fülle mehrheitlich schlicht überfordert. Er sucht gar nicht nach Informationen, nach echtem Wissen. Er sucht nach dem, was er eh schon zu wissen glaubt. Er will, dass seine Welt einfach ist, oder wird, oder bleibt. Die Bestätigung seiner Vorurteile und Überzeugungen reicht ihm völlig. Und dafür reicht das Internet allemal.

„Die Weisheit läuft dem Menschen nach – der Mensch aber ist schneller.“

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