Die Herrschaft der Betriebswirte

Ich halte die Kommerzialisierung aller Gesellschaftsbereiche für ein Grundübel unseres gegenwärtigen Systems. Um Missverständnissen vorzubeugen: ich habe nichts gegen die Betriebswirtschaft an sich. Sie erfüllt eine wichtige Funktion in der Wirtschaft und ist grundsätzlich eine nützliche Sache. Sie hilft Unternehmen erfolgreich zu sein. Solange sie sich auf das beschränkt, was sie kann, ist alles in Ordnung.  Die “Erbsenzähler” sind jedoch längst nicht mehr mit untergeordneten Rollen zufrieden. Sie haben die Herrschaft übernommen. Sie setzen die Ziele und bestimmen die Richtung von Unternehmen und zunehmend auch die der gesamten Gesellschaft. Und damit übernehmen sie sich und richten massiven Schaden an. Ich kenne Ausnahmen und gute Beispiele für erfolgreiche und nützliche BWLer in Führungspositionen, doch der schlimme gesellschaftliche Trend ist unübersehbar. Continue reading

Die Last der Freiheit 


Junge Leute in nicht unerheblicher Zahl fühlen sich zum Islamismus hingezogen. Nach Presseberichten kämpfen mehrere hundert Freiwillige aus Deutschland beim IS in Syrien. Insgesamt sollen bis zu 15.000 ausländische Kämpfer in die Kriegsgebiete gereist sein. Man fragt sich, wie so etwas geschehen kann. Was treibt die jungen Männer und Frauen in die Arme von Leuten, deren primitive Weltsicht und deren barbarisches Handeln so abstoßend sind? Continue reading

Auf dem Hochseil

Als ich jünger war dachte ich, dass doch irgendwann einmal ein Punkt erreicht sei, von dem ab die Entwicklung der Menschheit nur noch aufwärts gehen könne. Sozusagen ein Niveau, das nie wieder unterschritten würde. Ja ja, die Naivität der jungen Leute. Es steckt in diesem Denken eine heimliche Sehnsucht nach der Idylle, die romantische Vorstellung von einem Paradies. Continue reading

Ob ich mir einen E-Book-Reader kaufen soll

Na ja, schön bequem ist es ja. Aber irgendwie ist es auch ein Beschiss. Ich zahle nicht für das Buch, ich zahle fürs Lesen. Ich habe eine begrenzte Lizenz gekauft, keinen Gegenstand. Das DRM (Management digitaler Rechte) ist eine komplexe Geschichte. Und nein, man kann die gekauften Bücher nicht einfach verleihen oder auf dem Flohmarkt verkaufen (oder bei Ebay).

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Meine nationale Identität

Es fällt mir schwer, die richtigen Worte für mein Anliegen zu finden. Wir Deutschen haben ein massives Problem mit unserer nationalen Identität. Für meine Generation gehört es gewissermaßen zum guten Ton, sich dafür zu schämen, Deutscher zu sein. Ich denke, das ist normal in einem Land, in dem nationale Gefühle so missbraucht wurden. Die folgenden Zeilen sind mein Beitrag zum Tag der Deutschen Einheit.

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Jetzt Hier Ich

Seit einigen Jahren plage ich mich schon mit einem Gedanken herum. Eigentlich ist es eine simple Sache, aber sie lässt sich nicht leicht in Worte fassen. Ausgelöst wurde der Gedanke durch einen Bekannten, der – sagen wir mal – ziemlich esoterisch veranlagt ist. Eines Tages erklärte er mir wieder einmal, dass unsere Welt der drei bis vier Dimensionen ja so ziemlich das Letzte sei. Und dass es unendlich viele Dimensionen gäbe, und dass dort, in der „N-Dimensionalität“,  –­ salopp ausgedrückt – erst so richtig der Bär steppt.

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Meine Heimat

Geboren bin ich in der saarländischen Kleinstadt Bexbach; meine Mutter brachte mich in ihrem Ehebett zur Welt. Das Schlafzimmer lag über der großen Schankstube der Gastwirtschaft „Pfälzer Hof“, den sie und ihre Familie bewirtschafteten. Im Alter von 3 Jahren kam ich zu meinen Großeltern mütterlicherseits nach Völklingen-Geislautern. Dort lebte ich bis zum Besuch der ersten Schulklasse. An der Hand des Großvaters – eines früh pensionierten Justizbeamten und leidenschaftlichen Spaziergängers – durchwanderte ich eine Welt voller Wunder. Von meinem Großvater lernte ich die tiefe Liebe zu Natur, Literatur und Kunst.

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